KM beim TC Unitas – Klasse statt Masse?

geschrieben von Thomas Dobler, Turnierkoordinator TCE:

Am vergangenen Wochenende fanden die Kreismeisterschaften der Erwachsenen beim TC Unitas Germering statt, an denen sechs Eichenauer Spieler teilnahmen.
Bei den Herren 60 erreichte Hans-Joachim Hügelmann einen hervorragenden 2.Platz und musste sich nach zwei Siegen in der Gruppenphase nur dem neuen Kreismeister Bernd Kaiser vom TC Puchheim mit 4:6 4:6 geschlagen geben.

Im Feld der Herren 40 waren Thomas Dobler und Andi Olbrich die Favoriten im Feld. Andi zeigte hier einmal wieder sein gefürchtetes „extreme-olbrichting“: Er haderte lautstark mit sich und der Welt, stärkte somit seinen Gegner und verlor letztendlich gegen den ehemaligen Ski-Weltcup-Fahrer Peter Dürr (TC Kreuzlinger Forst) in der ersten Runde mit 4:6 6:2 9:11. Im Finale rächte Thomas, der im gesamten Turnier in drei Matches nur sechs Spiele abgab, allerdings seinen Teamkollegen und gewann deutlich mit 6:1 6:2 gegen Dürr, wobei er kurioserweise die ersten 14 und die letzten acht Punkte in Folge gewann.

Andi Maier war in der Königsklasse topgesetzt und bestätigte dies nach einem Freilos in der ersten Runde gegen Philipp Grittner, der beim 1:6 0:6 nicht den Hauch einer Chance hatte. Philipp hatte sich am Vortag in einem wahren Marathonmatch bei brütender Hitze, in dem er sich auch mehrmals auf dem Platz übergab, gegen Dominik Hirsch (TC Kreuzlinger Forst) mit 6:4 1:6 10:8 durchgesetzt. Auch Felix Häckel zeigte seine Kämpferqualitäten und konnte in Runde 1 seinen Gegner nach einer künstlerischen Schaffenspause im zweiten Satz mit 6:0 1:6 10:5 bezwingen. In der nächsten Runde scheiterte er allerdings an Christoph Berninger (1.SC Gröbenzell), dem Titelverteidiger. Hätte Felix im zweiten Satz bei einer 6:5 und 15:30-Führung einen von Berninger deutlich hinter die Grundlinie gespielten Ball auch „aus“ gegeben, wäre der CTB und ein eventuell anderer Ausgang des Matches durchaus möglich gewesen. So jedoch verabschiedete er sich mit einer 3:6 6:7-Niederlage aus dem Turnier.
Im Halbfinale traf Andi Maier auf Raffael Nath, der für den 1.SC Gröbenzell in der Bayernliga H30 antritt. Nach unruhigem und nervösem Spiel verlor Andi mit 2:6 und 5:7. Tags darauf zeigte er sich im Spiel um Platz 3 zunächst deutlich stabiler und führte gegen Berninger mit 7:5 5:2 und 15:0, als er äußerst unglücklich zwei Volleys nacheinander haarscharf ins „Aus“ setzte. Es kam wie so oft im Tennis, wenn man seine Chancen nicht nutzt: Berninger kam zurück und gewann nach gut 3h Spielzeit mit 5:7 7:6 und 11:9. Bad luck! Neuer Kreismeister der Herren wurde Sebastian Wichert vom TC Puchheim, der im Finale mit seinem intelligenten Defensivspiel Raffel Nath zermürbte und ungefährdet mit 6:2 6:1 den Titel einheimste.

Trotz des guten Tennis, das über die Tage von den Akteuren geboten wurde, seien noch einige kritische Anmerkungen erlaubt. Insgesamt kämpften nur 29 SpielerInnen in 4 Konkurrenzen um Meisterschaft und Ehre, was bei einem so starken Landkreis wie FFB einem Trauerspiel gleicht. Mehrere Konkurrenzen konnten nicht gespielt werden, nur insgesamt acht Vereine entsandten Spieler, wobei der TC Kreuzlinger Forst mit 7 Meldungen die Topposition innehatte. Die wenigen Meldungen könnten unter Umständen auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass von Seiten des Veranstalters zunächst vergessen wurde, die Ausschreibungen an die Vereine zu versenden. Dies fiel wohl erst nach Meldeschluss auf und daher wurde dieser noch kurzfristig verlängert, was aber auch keine größere Zahl an Teilnehmern mehr mobilisieren konnte. Wertschätzung den Spielern gegenüber zeigt sich auch an der Gestaltung der Preise für die Sieger oder der Anerkennung von deren Leistungen. So wurde der Titelverteidiger bei den Herren trotz gleicher Leistungsklasse nicht topgesetzt , beim Finale der H40 bekamen die Spieler erst nach Protest neue Bälle ausgehändigt. Eine einzelne Saite, die man als Werbegeschenk bei diversen online-Tennisversandhäusern oft kostenlos erhält und mit der man selbst nicht spielt, stellt auch nicht zwingend einen adäquaten Siegerpreis dar. So wertet man die KM als aussterbende Turnierspezies nicht auf und sie verlieren zunehmend an Bedeutung und in der Gunst der Teilnehmer. Schade!