Rückblick Eichenau Indoors

im Bild v.l.n.r.: Oliver Wagner, Finalist; Michael Austen, Turniersieger; Andreas Olbrich, Sieger NR; weitere Bilder unten

geschrieben von Thomas Dobler, Co-Organisator des Turniers

Es war wie so oft im Tennis. Der Favorit strauchelt, setzt sich trotzdem knapp durch, spielt danach befreit auf und sichert sich am Ende den Turniersieg. So erging es auch dem topgesetzten Michael Austen (TC Dachau/LK4), seines Zeichens Nummer 12 der deutschen H45-Rangliste und amtierender internationaler deutscher Meister. In Runde eins sah er sich beim Stand von 7:9 im MTB zwei Matchbällen seines Gegners Carsten Fischer (TV Zuchering/LK7) gegenüber, nur um diese dann – teils routiniert, teils des schweren Arms seines Gegners geschuldet – abzuwehren und 11:9 zu gewinnen. Im Laufe des Turniers konnte er sich dann gewaltig steigern, sehr zum Leidwesen der drei Eichenauer Spieler, die er auf dem Weg zum Titel aus dem Weg räumte. In der zweiten Runde traf er auf Thomas Briel, der ihn trotz gutem und variantenreichem Spiel bei seiner 3:6 3:6-Niederlage nur bedingt ärgern konnte. Allerdings konnte Thomas in der ersten Runde einen Spieler, der mit LK8 vier Leistungsklassen höher eingestuft war als er selbst klar besiegen und somit seine Wildcard rechtfertigen.

Nach der krankheitsbedingten Absage von Thomas Dobler war der Weg für Thomas Hechtl ins Halbfinale frei. Er überzeugte hier trotz eingeschränktem Schlägermaterials – bei seinem einzigen Matchracket (!) riss die Saite bereits beim Einspielen – und unterstrich mit zwei klaren Siegen gegen LK7 und LK8 seine gute Form. Im Halbfinale erwies sich Michael Austen dann als zu dominant und bezwang den Herrsching-Sieger vom Februar klar mit 6:1 und 6:2.

Ein hervorragendes Turnier spielte auch unser Beirat Oli Wagner, der sich in der ersten Runde souverän gegen den Essener Frank Schonnefeld (LK7) durchsetzte. Im Viertelfinale drehte Oli ein schon verloren geglaubtes Match gegen Damian Offik (LK7) vom TV Haunstetten. Oli stand immer mit dem Rücken zur Wand, gab jedoch nie auf und gewann im besten Match des Turniers dank seiner Willensstärke, risikoreichen Spielweise bei entscheidenden Punkten und zahlreichen „Beckerfäuste“ am Ende noch 3:6 7:6 10:7. Im Halbfinale demontierte er dann den zweitgesetzten Regionalligaspieler Ernst Rost (TC Dachau/LK6) deutlich mit 6:2 und 6:2. Dies lag vor allem an seiner schnellen Spielweise, die den Dachauer Defensivkünstler immer wieder vor große Probleme stellte und in zahlreichen direkten Punktgewinnen resultierte.

Rost besiegte zuvor Ulf Henke – seinerseits Sieger in der ersten Runde gegen Hans-Joachim Haugg (LK7), die Nummer 1 vom Ligakonkurrenten TC Kaufering – deutlich und konnte hier seinem Ruf als „Ballwand“ noch gerecht werden. Im Finale wirkte Topfavorit Austen dann insgesamt frischer und spritziger als Oli und sicherte sich Titel, Trophäe und Siegerscheck mit einem klaren 6:2 6:2-Sieg. Zwar hatte Oli gerade im zweiten Satz mehrere Chancen das Match ausgeglichen zu gestalten, aber gerade hier zeigte sich die Turnierhärte und Erfahrung des Dachauers. In engen Situationen blieb er ruhig und entschärfte Olis stärkste Waffe, den schnellen Rückhand-Cross, immer wieder mit sehenswerten Winnern die Linie entlang. Insgesamt aber ein toller Erfolg für Oli. Herzlichen Glückwünsch.

Dennoch gibt es aber einen Eichenauer Turniersieger zu vermelden. Andi Olbrich, der zweite Wildcard-Inhaber, scheiterte zwar in der ersten Hauptfeldrunde an Ernst Rost, trumpfte dann jedoch groß in der Nebenrunde auf. Zum ersten Match musste er aufgrund einer Verletzung seines Gegners zwar noch nicht antreten, schlug dann aber hintereinander zwei Spieler mit LK7. Im Finale bezwang er nach anfänglichen Selbstzweifeln, die er im Laufe des Matches ablegen konnte, Frank Schonnefeld mit 2:6 6:3 10:6. Ein Super-Erfolg, da er sich dadurch die Möglichkeit erspielt hat in LK7 aufzusteigen. Nur noch 715 Punkte, Andi. Du schaffst das!

Insgesamt wurde das Turnier sehr gut angenommen, was sich auch in der starken Besetzung widerspiegelte, die nur bei den Bayerischen Meisterschaften in Nürnberg im November besser war. Daher wird die Turnierleitung auch im nächsten Jahr eine zweite Auflage der Eichenau Indoors in Angriff nehmen. Dann auch mit DTB-Punkten, die dem Team um Andi Lauer, Johanna Prestl und Thomas Dobler vom BTV erfreulicherweise bereits zugesichert wurden.

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Ergebnisse