Déjà-vu in Dachau – Erfolge bei der Bezirksmeisterschaft

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Kreative Kappen-und Schlägerwurfe, eine Zerrung und „zuviel Kacka in da Hose“ – es wurde so einiges geboten im Finale der Oberbayerischen Meisterschaften der Herren 45 in Dachau. In einer Neuauflage des Vorjahresendspiels beharkten sich unsere beiden Olis beharrlich über drei Sätze – sehr zur Freude der Zuschauer und angereisten Familienmitglieder, die dabei auch noch „neue Schimpfwörter“ lernen, aber vor allem durchaus spannendes Tennis erleben durften. Im ganzen Turnierverlauf als konstantester Spieler erwies sich hier Oli Hennig. Souverän spielte er sich ohne Satzverlust ins Finale. Nur einmal kam er kurz in Bedrängnis, als er gegen Ulf Henke, den dritten Eichenauer Halbfinalisten, eine 6:1 5:2-Führung kurzzeitig aus der Hand gab, dann jedoch den Satz mit 7:5 doch noch für sich entscheiden konnte. Ulf vergab zwar hier die Chance das Momentum für sich zu nutzen, kann sich aber mit einem starken 2:6 6:3 10:6-Sieg gegen den an Nr.2 gesetzten Regionalligaspieler und als Aufschlagmonster bekannten Frank Unterrainer (MSC München, DTB 38/H45) im Achtelfinale trösten. Damit schlug er zum zweiten Mal in dieser Saison einen Spieler mit LK5 und darf auf einen Aufstieg in diese LK hoffen. Eine famose Leistung!

Oli Wagner hatte auf dem Weg ins Finale weit mehr zu rackern als sein Namensvetter. Bereits in der 2.Runde musste er über die volle Distanz gehen, verwies seinen schlaggewaltigen, aber fehleranfälligen Kontrahenten Joachim Haas (SC Landesbank München) mit 6:2 3:6 10:5 dennoch in seine Schranken. Im Viertelfinale folgte ein glatter Zweisatzsieg gegen Christian Oppitz (TC Augsburg Siebentisch), der zum Auftakt in drei Sätzen den vierten Eichenauer im Bunde, Thomas Dobler, aus dem Turnier nahm. Im Halbfinale wartete auf Oli der Topgesetzte Markus Taglieber (TF Dachau, DTB 22/H45), gegen den er in der Winterrunde vor drei Monaten noch den Kürzeren zog. Dieses Mal drehte Oli den Spieß um und gewann bei sommerlichen Temperaturen 6:7 6:3 10:7, wobei er bereits im ersten Durchgang insgesamt drei Satzbälle ungenutzt ließ. In der anschließenden Mittagspause nagten beide Olis vorbildlich am Salatblatt, um gestärkt und leichtgewichtig das Finale bestreiten zu können.

Dieses war zunächst von Nervosität auf beiden Seiten gekennzeichnet. Die Schläge von Oli W. gerieten oft zu kurz oder waren zu ängstlich gespielt, was Oli H. gnadenlos bis Mitte des zweiten Satzes auszunutzen wusste und einem sicheren Sieg entgegensteuerte. Oli W. stemmte sich mit Kratzen und Beißen gegen die drohende Niederlage und Oli H., durch eine plötzlich auftretende Oberschenkelzerrung gehandicapped, versuchte mit Klauen und Zehen seine Führung zu verteidigen. Dies gelang ihm im zweiten Satz jedoch nicht mehr und er musste diesen nach einer 5:3-Führung noch abgeben. Im Matchtiebreak streute Oli W. allerdings wieder zu sehr und Oli H. siegte mit 6:3 5:7 10:4. Damit war der Titelverteidiger entthront, der Titel allerdings blieb in Eichenau. Glückwunsch an die beiden Matadore! Ein versöhnliches Ende nach mehr als dreimonatiger verletzungsbedingter Tennispause nahm das Turnier auch noch für Thomas Dobler, der nach drei glatten Zweisatzsiegen die Nebenrunde für sich entschied.

Nicht unersprießlich verlief auch das H50-Turnier für Thomas Hechtl (DTB 80/H50). Der an zwei gesetzte Tennisminimalist gestattete nach einem Freilos in der ersten Runde seinen nächsten drei Gegnern insgesamt nur sechs Spiele in sechs Sätzen und blickte – trotz nach eigenem Bekunden „putzigen“ Tennis – erwartungsfroh seinem Halbfinale gegen Thomas Koppenhöfer (TC Dachau) entgegen. Der ungesetzte Koppenhöfer, der in der Regionalliga H40 unterwegs ist und nur aufgrund seiner eher wenigen Turnierteilnahmen nicht in der DTB-Rangliste aufscheint, setzte sich 6:1 6:4 gegen Thomas durch und gewann letztendlich auch souverän das Turnier. Dennoch eine gute Leistung, auf der sich aufbauen lässt.

Bei den Herren 55 spielte sich Tomasz Kalarus, die Nummer acht der Setzliste, ins Viertelfinale. Dort schienen die Chancen auf ein Weiterkommen zunächst auch groß zu sein, traf er doch auf einen ungesetzten Spieler. Allerdings machte ihm aber leider sein Körper einen Strich durch die Rechnung und er musste gegen Alfred Attensberger (TC Oberding) nach einem 0:6 im ersten Satz aufgeben. Nun heißt es für die Punktspiele wieder fit zu werden. Alles Gute hierzu!

Herren und Damen in Garching

Zur gleichen Zeit wie die älteren Semester in Dachau kämpften die Aktiven in Garching um oberbayerische Ehren. Bei den Herren A tummelten sich gleich fünf Eichenauer im Hauptfeld. Luis Kleinschnitz (DTB 332) gelang zunächst ein müheloser 6:3 6:1-Auftaktsieg über Toni Weber (TSV Otterfing), verabschiedete sich dann aber gegen Jeremy Schifris (MTTC Iphitos München) mit einem 2:6 2:6 aus dem Turnier. Schifris, der mit DTB-Ranglistenplatz 287 nur knapp vor Luis liegt und diese Woche auch beim renommierten Rudi-Berger Cup, einem Einladungsturnier für Nachwuchsspieler im Rahmen der BMW Open, antritt, erwies sich leider als zu dominant. In die zweite Runde schaffte es auch Benni Classen, der in der ersten Runde seinem Gegner Benedikt Auburger (ASV Dachau) eine Brille verpasste. Trotz Beitritt in ein Fitness-Studio konnte unser He-Man in spe seine neugewonnene Power gegen Dominik Pauli (DTB 228), einen weiteren Iphitosler, noch nicht voll ausspielen und unterlag 3:6 2:6. In ein paar Wochen wird diese jedoch voll ausgereift sein und bestimmt auch erste Früchte tragen.

Hendrik Kalarus hatte leider kein Losglück und musste in seinem ersten Spiel gleich gegen den taktisch sehr klug und versiert agierenden Stefan Lobmeyer (MSC München/ DTB 311) mit 4:6 4:6 die Segel streichen. In der Nebenrunde hielt er sich allerdings schadlos und gewann diese nach drei Siegen. Im Finale schlug er Thomas Stempnowski (TC Blau-Weiß Gräfelfing/LK 2) und hat sich damit bereits zumindest LK2 für die nächste Saison gesichert. Jetzt kann die LK1 angegriffen werden!
Die zwei Eichenauer Youngster, Fabian Sielaff und Max Reischl, waren im A-Feld noch überfordert und schieden nach deutlichen Zweisatzniederlagen in ihrem jeweils ersten Match aus. Fabian konnte sich im Anschluss daher voll auf seinen Einsatz bei den Senioren konzentrieren – und zwar auf dem Schiedsrichterstuhl. Souverän bestand er diese Feuertaufe und schiedste zwei Endspiele in Dachau in starker Manier.

Bei den Herren B zählten die Eichenauer im Gegensatz zum A-Feld zu den Favoriten. Als Nummer eins und zwei der Setzliste in der ab LK7 offenen Konkurrenz spielten sich Yannick Kalarus und Andi Maier zunächst standesgemäß ins Achtelfinale. Yannick unterlag hier allerdings etwas überraschend Christoph Gödde (HC Wacker München), der mit LK12 deutlich tiefer eingestuft war als der Turnierfavorit auf dem Papier. Andi war erfolgreicher, gewann im Achtelfinale sicher in zwei Sätzen und fand im Viertelfinale Nikolas Fritz (TSV Alling), einen alten Bekannten und Weggefährten, auf der anderen Seite des Netzes wieder. Mehr als drei Stunden wogte ein Kampf auf Biegen und Brechen hin und her. Letztendlich gelang es Andi nach Abwehr von vier Matchbällen Nikolas mit 7:5 3:6 15:13 niederzuringen und sich ins Halbfinale durchzukämpfen. Nach eigenen Aussagen „tot“ nach dem Match, konnte der Senior unserer Herrenmannschaft aber zumindest das Halbfinale lebendig bestreiten, wenngleich auch etwas saft-und kraftlos, was sich in einer 3:6 3:6-Niederlage gegen Oliver Neubauer (SV Planegg-Krailling) widerspiegelte. Trotzdem ein schöner Erfolg.

Als einzige Eichenauer Dame war Yvonne Kaiser-Steinbrecher im Münchner Norden aktiv. In der Damen 40-Konkurrenz wurde sie von Angela Becker (TC 1983 Kirchheim/ DTB 91) mit einer 4:6 1:6-Niederlage zum Auftakt besiegt.
Insgesamt aber ein sehr gelungener Auftritt aller Eichenauer, die mit 14 Spielern den Verein toll repräsentiert und einen insgesamt positiven Eindruck als Mannschaft und Einheit hinterlassen haben.

Fotos OBB 2018