Eichenau Open 2021 – …unser bestes Pferd im Stall?

Endlich wieder ein Eichenauer auf dem Treppchen! Eine so frohe Botschaft muss im Nachgang der diesjährigen Eichenau Open voller Spitzentennis einfach zuerst verkündet werden, denn vom ehrenhaften 3. Platz von Luis Kleinschnitz im Jahr 2017 bei den Herren und dem beeindruckenden Triumph von Peter Brandersky im Jahr 2012 bei den Herren 30 abgesehen sah die Eichenauer Bilanz bei den Eichenau Open in der Vergangenheit eher mau aus. Jan-Steffen Kilian war es, der die an ihn als Dark Horse gesetzten Erwartungen noch bei weitem übertraf und sich bei der Herren 30-Konkurrenz dank eines famosen Laufs den Weg bis ins Finale erkämpfte. Mehr zu seinem bärenstarken Auftritt findet Ihr weiter unten…

Aber zunächst zur Königsdisziplin, der Herrenkonkurrenz: 36 Spieler der ehemaligen Leistungsklasse 1 hatten sich bei den diesjährigen Eichenau Open auf unserer Anlage und der des TC Olching und des TC Kreuzlinger Forst versammelt. Der “schlechteste” direkt fürs Hauptfeld qualifizierte Spieler wäre mit seiner LK 3.1 vor ein paar Jahren noch als Gesetzter ins Rennen gegangen, und musste nun dieses Jahr bis zur letzten Sekunde bangen, ob es angesichts des enorm hohen Andrangs überhaupt für die Teilnahme reicht. Ein extrem hohes spielerisches Niveau war also bereits vorprogammiert und lockte früh einige glühende Tennisfans trotz Test- und Maskenpflicht auf die Anlage. Viel zu bejubeln gab es aus Eichenauer Sicht in der Herrenkonkurrenz allerdings leider nicht, nachdem sich alle Vertreter unserer Herrenmannschaft in der ersten Runde verabschiedeten. Die Tennislaune war jedoch auch dank der endlich mitspielenden strahlenden Sonne ungebrochen. So konnte man den jungen, aus weiter Ferne gekommenen Karim Al-Amin (Dorstener TC) einen Tie-Break nach dem anderen nach gewinnen sehen und mit einer 4:0-Tiebreak-Bilanz ins Halbfinale ziehen. Der topgesetzte Thomas Dafcik pflügte gemäß seiner Favoritenrolle durchs Feld und verlor in seinen Partien inklusive Viertelfinale in keinem Satz mehr als drei Spiele. Auch im Halbfinale konnte er dank seiner fast maschinellen Sicherheit Karim den Schneid abkaufen und dank eines lockeren 6:3 6:3-Sieges ins Finale einziehen. Überraschender ging es in der unteren Tableauhälfte zu, hier konnte sich der an elfter Stelle gesetzte Sebastian Schiessl (TC Straubing) mit seiner überlegten und nahezu fehlerlosen Spielweise die Halbfinalteilnahme sichern. Mit Christoph Waite (TC Weißenhorn) wartete dort sein spielerischer Gegenentwurf auf ihn. Christoph, der als aufgrund seiner weniger Turnierteilnahmen ungesetzter Spieler deutlich unterbewertet ins Turnier startete, schoss mit seiner Vorhand einen Kontrahenten nach dem anderen aus dem Tableau, unter anderem auch den an zweiter Stelle gesetzten Michael Feucht. Im Halbfinale entbrannte dann eine kräftezehrende Tennisschlacht, an deren Ende Christoph hauchdünn die Nase vorne behalten konnte und dank des 4:6 6:3 6:4-Erfolgs das zweite Finalticket löste. Wie so oft stellte sich das Halbfinale als das eigentliche Finale heraus, da der erschöpfte Christoph von einem letzten Aufbäumen beim Stand von 3:6 4:5 abgesehen seinem Opponenten Tom Dafcik nicht mehr viel entgegensetzen konnte. Der Turnierfavorit war es also, der letztendlich mit der Trophäe nach Hause fahren konnte. Wir gratulieren herzlich!

Nun zu den Herren 30: Im Vorfeld bereits als Dark Horse gehandelt, welches so manchem Favoriten ein Bein stellen oder sogar von seinem hohen Ross stürzen könnte, machte sich Eichenauer Jan-Steffen Kilian am Freitag zu seinem Turnierritt auf. Nach einem lockeren Aufgalopp in der ersten Runde folgte die erste Hürde im Achtelfinale mit Dino Dittrich (HC Wacker München), dessen LK 13.7 bei weitem nicht die spielerische Stärke widerspiegelte. Steffen konnte die Hürde überspringen und mit dem aufgenommenen Momentum im Viertelfinale den topgesetzten Martim Ramos (TC Schwaben Augsburg) nahezu überrennen. Weiterhin im Vollsprint und mit überraschend frischen Beinen unterwegs, sah es auch im Halbfinale gegen den altbekannten Thomas Stempnowski (TC Eschenried) nach einem Start-Ziel-Sieg aus. Der Lauf geriet beim Stand von 6:3 5:3 zwar kurz ins Stocken und nach einer kurzen spielerischen Auszeit Steffens, die zum 5:7-Satzverlust führte, stand fest, dass die Extrameile anstand. Hier konnte Steffen jedoch zweite Luft schnappen, Thomas beim 6:3-Sieg wieder abhängen und ins Finale einziehen. Ein letzter Zielsprint war also vonnöten, um die Traumreise mit einem Happy End zu krönen. Doch mit Finalkontrahent Johannes Klein (TC Neukeferloh) gab es noch jemanden, der da ein Wörtchen mitzureden hatt.e Ein knappes Match entwickelte sich von Anfang an, mit neun Sätzen in den Knochen konnte Steffen sein überragend hohes Niveau der Vorspiele nicht durchgehend halten. Ein paar kleine Punkte hier und da entschieden am Ende über Sieg oder Niederlage und hier zog Steffen leider den Kürzeren. In die Annalen des TC Eichenau wird Steffens Lauf dennoch eingehen. Wir gratulieren herzlich Johannes Klein zum Turniersieg und Steffen zum zweiten Platz!

Eine ähnliche Erfolgsstory blieb uns bei den Herren 40 leider verwehrt, in der zweiten Runde war für alle Eichenauer Schluss. Einige Überraschungen hielt das Tableau dennoch bereit, neben den beiden Topgesetzten Andreas Lingesleben (TC Eschenried) und Andre Soulier (MTTC Iphitos) spielten sich Johannes’ ungesetzter Vereinskollege Florian Sieper aus dem wohl unter dem Radar fliegenden TC Neukeferloh und Thomas Frank (TC Pforzheim) ins Halbfinale. Die Reise von Florian wurde hier verletzungsbedingt leider vorzeitig beendet, Thomas konnte seine Hochform jedoch beibehalten und mit klaren Siegen im Halbfinale gegen Andreas und anschließend im Finale gegen Andre den Titel holen. Wir gratulieren herzlich!